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Sicherheit. Risiko. Erfolg.

05.08.2020

Expertengespräch mit Roman Walde

Roman Walde ist Experte für  Personenschutz, persönliche Sicherheit von  Privatpersonen, und die Sicherheit von Mitarbeitern in Unternehmen.

Nach seiner polizeilichen Ausbildung bei der Kantonspolizei Aargau (Schweiz) war er in verschiedenen Verwendungen, der aktiven Kriminalitätsbekämpfung, Ermittlung von Straftätern und Straftaten sowie in der taktischen Bewältigung von Amok- und Terrorlagen tätig. Zudem war er Ausbilder von Polizeischulabgängern und gehörte zur Dokumentation- und Beweissicherungsgruppe der Kantonspolizei.

Ich sprach mit Roman über sein neues eBook

Hallo Roman, Du hast ein Buch geschrieben...

Hallo Felix. Erstmal vielen Dank, dass ich hier mit dir dieses Gespräch führen darf. Ja richtig, mein erstes eBook „Be your own Bodyguard“ habe ich vor einigen Tagen bei Amazon veröffentlichen lassen.

Wie kam es zu diesem Buch?

Die Thematik Sicherheit wird aus meiner Sicht durch viele Menschen oftmals vernachlässigt, weil viele der der Meinung sind, Sicherheit ist etwas kompliziertes. Mein kurzweiliges Buch soll aufzeigen, dass jedermann durch sicherheitsbewusstes Verhalten und einfachen Verhaltensempfehlungen privat sicher durchs Leben gehen und damit sich und seine Familie ohne großen Aufwand schützen kann.

Du hattest eine sehr fundierte polizeiliche Ausbildung  in der Schweiz. Was genau hast du dort gemacht und wie sah deine Tätigkeit aus?

Als Polizist bei der Kantonspolizei Aargau wird man als sogenannter Allrounder ausgebildet. Das heißt, man ist nach Abschluss der Ausbildung in der Lage, bei jeglichen Ereignissen, wie schwere Unfälle, Amok, Terror, Raub, Tötungen, Bedrohungen, Evakuierungen, Häusliche Gewalt oder auch Vermisstenfälle, vor Ort zu reagieren und notwendige Maßnahmen und Entscheidungen zu treffen.

Meine letzte Tätigkeit war bei der Mobilen Polizei, welche im Schichtbetrieb für eine 24 Stundenabdeckung für Ereignisse aller Art zuständig war. Davor war ich auf einem Polizeirevier stationiert und war für örtlich begrenzte Ereignisse sowie der Ermittlung von Straftaten und Straftätern zuständig.

Es kann ja nicht jeder eine Personenschutzausbildung machen. Was wären deine Ratschläge für jedermann/frau für den Alltag?

Mein eBook kaufen (lacht)

Nein, jetzt im Ernst. Meine Empfehlung für jedermann und jede Frau ist es ganz klar, das eigene Sicherheitsbewusstsein so zu schulen und fördern, dass man Risiken, Gefahren, Bedrohungen im Vorfeld erkennt und sich dementsprechend verhält, um Risiken, Gefahren, Bedrohungen zu umgehen. Sicherheit beginnt im Kopf und durch das Schaffen von Ressourcen (mentale Stärke, körperliche Fitness, Erfahrungen, Fähigkeiten, Wissen, etc. ) kann ich mich adäquat und sicherheitsbewusst verhalten. Wenn man bedenkt, dass Berlin statistische gesehen als fast genauso gefährlich eingestuft wird, wie New York, so müssten sich doch Gedanken über ihre eigene Sicherheit machen.

Du bietest auch Workshops und Seminare an zum Thema "Persönliche Sicherheit". Was kann ich mir darunter vorstellen, was wird vermittelt und wofür und für wen sind diese Seminare?

Meine Workshops und Seminare im Bereich der persönlichen Sicherheit richten sich in erster Linie an zwei Bereiche. Zum einen an Privatpersonen und zum anderen an aktive Sicherheitskräfte.

In beiden Bereichen geht es darum, Verhaltensweisen in Verbindung mit sicherheitsbewusstem Verhalten zu vermitteln, um sich auf die heutigen Gefahren, Risiken und Bedrohungen in unserer Gesellschaft vorzubereiten.

Angefangen bei den persönlichen Ressourcen über Stressmanagement, bis hin zu Kommunikation, Konfliktmanagement und Sicherheitsbewusstsein als solches.

Wie erreicht man dich und wo? 

Gerne darf man mich telefonisch unter +49 (0) 162 917 2508 oder per E-Mail über rw@rwrm.de kontaktieren.

Vielen Dank für das sehr angenehme Gespräch.

 

Impuls "Entscheidungen" kostenlos runterladen

31.07.2020

Abendessen mit Reinhold Messner

Ich hatte das große Glück, Reinhold Messner, eine Bergsteigerlegende, der unzählige Rekorde brach und ein faszinierender Mensch in meinen Augen ist, persönlich kennenzulernen. Er hat in einem Interview Folgendes gesagt: „Ich habe keine üblichen bürgerlichen Ängste. Ich habe aber vor den großen Abenteuern durchaus Furcht gehabt. Die Vorstellung, dass wir blindlings in die Gefahr laufen, ist völlig falsch. Wir sind vorsichtig. Ich hätte oft umkommen können, aber ich habe das vermieden. Das ist ja die Kunst. Die Menschen, die sich für unsterblich halten, bleiben es am Berg nicht lange.“ 

Er ist sich seiner Sterblichkeit bewusst, ist vorsichtig und bereitet sich genauestens auf seine Touren vor, um Risiken zu minimieren. Weiter im Interview wird Reinhold Messner gefragt:

„Sind Sie deshalb für eine genaue Vorbereitung bekannt? Sie haben vor der Durchwanderung der Antarktis Ihren Gaskocher hundertmal auseinandergebaut, um ihn im Notfall reparieren zu können. Darauf antwortet Messner folgendermaßen: „Ja. Es darf keine Frage mehr geben, auf die ich keine Antwort habe. Trotzdem kann ein Sturm mal nicht wie erwartet mit 150 Stundenkilometern blasen, sondern mit 300. Dann wird es kritisch, da fliege ich mit dem Zelt weg.“

Jede der einzelnen Antworten, wenn Sie sie genau lesen, beinhaltet vermeiden, minimieren, transferieren und akzeptieren. Vorsichtig sein, vorbereitet sein, Tests durchführen, Gaskocher auseinanderbauen, mental einstellen, Hilfe in Anspruch nehmen, Team an der Seite haben – all das ist Risikomanagement.

Und niemand würde einem Reinhold Messner oder Felix Baumgartner Feigheit vorwerfen wollen, nur weil sie ihre Risiken minimieren oder transferieren. Im Gegenteil, wir sind fasziniert von den Ergebnissen, den Rekorden, dem Ansehen, der Erkenntnis, dass „Unmöglich“ für diese Menschen tatsächlich nur eine Meinung zu sein scheint.

Sie alle haben noch etwas gemeinsam, sie akzeptieren das Restrisiko. So hat Baumgartner vor seinem Sprung aus der Stratosphäre im Jahr 2012, Pressemitteilungen zu seinem Tod verfassen lassen. Natürlich blieben diese unveröffentlicht, aber alles war akribisch geplant und vorbereitet, einkalkuliertes Restrisiko.

Reinhold Messner schaute mehrfach dem Tod ins Auge „Ich hätte oft umkommen können“, sagt er. Sein Bruder Günther ist bei einer gemeinsamen Tour tragisch ums Leben gekommen, genauso erging es zahlreichen anderen Bergsteigern.

„Wenn die innere Sicherheit hundertprozentig ist, dann brauch ich keine Sicherung. Sicherheit ist eine subjektive Geschichte. Die Sicherung hingegen ist eine Geschichte von außen.“

(Reinhold Messner)

Wir können aus meiner Sicht nur lernen, WIE wir mit diesem Restrisiko umgehen, nicht OB wir damit umgehen. Akzeptanz. Was wie eine Opferhaltung anmutet, ist in der Geschichte der Menschheit von vielen Philosophen und Weisen beschrieben worden.

„Akzeptiere es. Es ist nicht Resignation, doch nichts lässt Dich so viel Energie verlieren, wie die Diskussionen und der Kampf gegen eine Situation, die Du nicht ändern kannst.“ – Dalai Lama

Aus dem Buch "Risiko. Bewusst. Erfolgreich - Warum Sie Löwen streicheln sollten"

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24.07. 2020 Toxische Umgebungen

Ich kenne viele Menschen, die sich in kleinen und großen privaten Krisen befinden und "schuld" sind oft sogenannte "toxische Umgebungen".

Natürlich gibt es verschiedene Interpretationen und persönliche Gefühle, Definitionen, die beschreiben und erklären, was toxische Umgebungen sind. Wie so oft, geht es nicht um Definitionen im Leben, sondern um das Gefühl, welche man hat, während man sich in dieser Umgebung befindet.

Was ist überhaupt mit toxischer Umgebung gemeint? Toxische Umgebung kann grundsätzlich alles sein, wo wir unsere Zeit verbringen. Arbeit, Familie, Verein, Freundeskreis, Stammtisch usw.

Die zwei größten Bereiche sind natürlich das Arbeitsumfeld und Privatleben. Wir verbringen circa 8 Stunden jeden Tag auf Arbeit, also sind der Aufgabenbereich, Zuständigkeit, Sinn, Verantwortung, Mitspracherecht, Gestaltungsmöglichkeiten, Kollegen von höchster Bedeutung für uns. Selbst wenn wir rational trennen und eine "work-life-balance", meist künstlich, herstellen, bleibt es dabei, dass 8 Stunden unseres Lebens genau hier verbracht werden. Wenn das innere Ich sich sträubt, in dieses Arbeitsumfeld am Montag zurückzukehren, kann das ein Anzeichen dafür sein, das zumindest etwas nicht stimmt. Menschen berichten oft von Unwohlsein, Magenschmerzen, Gefühl von depressiver Verstimmung. Wenn dieser Zustand anhält, sollten Alarmglocken schrillen. Denn dieser Zustand bewirkt, wenn er dauerhaft ist, massiven STRESS.

Der zweite große Bereich ist "privates Umfeld". Weitere 8-12 Stunden unseres Lebens verbringen wir hier. Wenn Sie Zuhause ähnliche Symptome empfinden wie auf Arbeit und sich nicht wertgeschätzt fühlen oder respektlos und lieblos behandelt werden, setzt Sie das auch einem enormen Stress aus.

Das Verbleiben im "toxischem Umfeld" kann einen krank machen und kann zu einer KRISE werden.

Für private Krisen gilt es, ähnlich wie für Unternehmen, massiv und zielgerichtet zu handeln. Das kann natürlich je nach Krise Verschiedenes bedeuten. Job kündigen, sich aussprechen mit einem Familienmitglied, Umzug starten, eine Weltreise unternehmen oder in ein Kloster gehen.

Ich habe mal einen interessanten Spruch dazu gehört.

Versuche niemals Heil in der Umgebung zu finden, die dich krank gemacht hat.

Das kann toxisches Arbeitsumfeld sein, eine kräftezehrende Geschäftsbeziehung oder das Leben in einem Land mit sechs Monaten Winter im Jahr. Jeder Mensch reagiert anders auf diese Umstände und Entwicklungen. Ich weiß nur, dass es Sinn macht, sich mit aller Macht davon zu lösen. Ich habe selbst mein eigenes Leben vor einiger Zeit radikal geändert. Arbeitsumfeld verlassen, Haus verkauft, umgezogen.

Das kann eine befreiende Wirkung haben. Was genau die Methoden, Entscheidungen und die „richtigen“ Schritte sind, ist natürlich sehr individuell. Die Antwort auf diese Fragen kann jeder nur in sich selbst finden. Ich weiß nur, eine Krise überwindet man nicht mit alltäglichen Mitteln. Massive Handlung ist erforderlich.

12.07.2020 A simple Crisis rule

The people with whom you surround yourself privately or in your company are essential for overcoming a crisis. Without people there is no overcoming of the crisis. It is as simple as that.

A crucial crisis rule is: Build a team.

Take the time to select the right people for the right position. In a crisis, get rid of people who pull you down, who cannot or do not want to act and are like "sand in the gears".

It is easier to nod with an empty head, but that is not what you need in a crisis. Rely on people who can lead, who are positive, aware and loyal. Leadership is also important on a "small scale". The right tone, clear instructions, empathy. All these are important for leading and overcoming a crisis.

Positivity is also absolutely necessary in the team. In March and April 2020, the Internet was flooded with posts and articles of prophecies. The end of the world is near or they were spreading conspiracy theories. This is the kind of attitude that you, as a team leader, do not need in your team.

There are also people who immediately turn their backs on you, the company, the project or the organization. They resign, write job applications and gossip behind your back about your leadership style in the crisis. You do not need these people either. It is better to have a small, powerful team than a big team with "rotten apples", negativity and disloyalty. You need the ability to act, not a “bazaar of vanities” and miserable internal opponents. Sort them out mercilessly. That in turn pays off. And if you think a small team can't do much, think about a SWAT team. Small team. Loyal, well trained and highly efficient.

It's similar for private lives. Whoever does not stand by you in a crisis is not what you need in your life. That sounds heartless? No. The success of overcoming your crisis depends largely on it. Say goodbye to the no-sayers, the pessimists and the parasites of your energy. "Ignore the Naysayers", said Richard Branson. Seek support from people who are well-disposed towards you, who are good for you and who are not energy guzzlers.

If you don't have the time because you are in the middle of a crisis and it is "too late" now anyway. I cheerfully call out to you from my own experience and from the history of the last 1000 years: This crisis will end. A new one will come. The principles of crisis management remain. Your team will stay. If you form a good team now, you are well prepared for the next crisis.

10.07.2020 Risikomanagement und Angst

Aus meiner Sicht gibt es zwei Dinge, die uns behindern: falsches Risikomanagement und Angst. Wir haben Angst, etwas zu verlieren, deswegen bekommen wir nicht das, was wir wollen.

Das interessante daran ist, dass diese zwei Faktoren, nämlich Risikomanagement und Angst miteinander verknüpft sind. Bei jedem Menschen läuft im Hintergrund (unbewusst) ein permanentes Scanning und Assessment, also eine Beurteilung der jeweiligen Situation ab. Wie haben wir überlebt als Spezies? Wir haben gelernt, geschaut, experimentiert, die Situationen erkannt und beurteilt und die für uns wertvolle Lehre gezogen, dass das Streicheln eines schlafenden Löwen in der Savanne ungesund sein kann.

Wir sprangen nicht von hohen Klippen, weil wir sahen, wie Mamuts runterfielen und umkamen. Wir liefen nicht zu nah ans Feuer, weil wir bei Waldbränden miterlebten, wie Tiere verendeten. Stattdessen lernten wir, das Feuer zu kontrollieren und es für uns zu nutzen. Wir verstanden es, die Mamuts nun die Klippen hinabzutreiben. Wir entwickelten also Werkzeuge und Frühwarnsysteme, die uns vor Schäden schützten und fanden Wege, diese subjektiv oder objektiv gefährlichen Dinge zu unserem Vorteil zu nutzen. Die Geschichte der Evolution ist die Geschichte von Angst und Risikomanagement.

Wenn ich in meinen Seminaren frage, wovor die Deutschen die meiste Angst haben, kommen alle immer sehr schnell drauf. Es ist die Angst, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Also, wenn wir über die Sachebene sprechen und Fakten ganz nüchtern betrachten, so stellt sich mir die Frage, wie kann man davor am meisten Angst haben? Es gibt jedes Jahr über 3000 Tote durch Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen. Menschen sterben an Krebs, an multiresistenten Keimen in Krankenhäusern oder am Herzinfarkt – zigtausend von ihnen.

Aber die meisten Menschen in diesem Land haben Angst, Opfer eines Anschlags zu werden. In einem der sichersten Länder der Welt. Zahlen, die man hierzu vergleicht, zeigen die Absurdität dieser Gegenüberstellung. Statistisch gesehen, würde man nämlich darauf kommen, dass im Vergleich zu den oben erwähnten Todesarten in Deutschland, die Zahl der Opfer eines Terroranschlages eine mathematisch (und ich meine nur mathematisch) geringere Größe darstellen.

„Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.“

(Ingmar Bergman)

Es liegt mir fern, die Medien als Sündenböcke heranzuziehen und zu sagen, es läge an ihnen, sie würden die Bevölkerung verrückt machen. Natürlich haben die Medien großen Einfluss. Die Hysterie ist hausgemacht. Es liegt aber auch an unserem Gehirn, welches gefühlsmäßig und beinahe hysterisch auf Meldungen über Terror reagiert, die neueste Statistik zu Verkehrstoten jedoch nur noch als eine Kennziffer wahrnimmt.

09.07.2020 Krisenmanagement in Unternehmen

Unternehmen sind im Zuge der Globalisierung und Vernetzung höheren Gefahren ausgesetzt als noch vor dreißig Jahren. Exponierte Stellung von Firmen und Konzernen im globalen Wettbewerb, erhöhte Anzahl der Standorte im Ausland, vulnerable globale Lieferketten und hochgradige Abhängigkeit von IT Systemen führen zu latenten Risiken auch für die deutsche Wirtschaft. Die mangelnde Resilienz einiger Unternehmen wird besonders in Krisen sichtbar, da diese wie ein Katalysator wirken.

Wenn die Wahrnehmung und das Bewusstsein für diese Themen in der Wirtschaft in der Vergangenheit oft indifferent waren, so kann man jetzt beobachten, dass diese „Awareness“ im Wandel begriffen ist. Denn Krisen in Unternehmen sind spätestens seit der Covid19 Pandemie in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und die Mitte der Gesellschaft gerückt und lösten damit einen breiten politischen und gesellschaftlichen Diskurs aus. 

Dabei sind Krisen alltäglich. Viele sind geografisch, ökonomisch oder emotional weit von uns als Individuen und Unternehmen entfernt. Jedoch ereignen sich jeden Tag auf der Welt Krisen, ausgelöst durch menschliches Versagen, Fehlverhalten, Stromausfälle, Naturkatastrophen, Finanzcrashs, Krankheiten, Pandemien, Immobilienblasen, Kriege, Aufstände, Revolutionen, technische Defekte etc. Es gibt in Deutschland wohl kaum ein Unternehmen, welches nicht direkt oder indirekt von einer Krise betroffen war.

Eine Studie von Price waterhouse Coopers von 2019 zeigt, dass 60% aller deutschen Unternehmen in den letzten fünf Jahren von einer Krise betroffen waren (vgl. PwC Global Crisis Survey 2019) Nach Covid19 Pandemie 2020 dürften sich diese Zahlen signifikant erhöht haben.

So heterogen die Strukturen von Unternehmen sind, so unterschiedlich und vielschichtig ist auch die Herangehensweise an die Herausforderungen der Krisenprävention, das Bewältigen von Krisen und die Weiterführung oder Neuausrichtung der Unternehmensstrategie im Zeitraum vor und während der Krise.  Krisenmanagement, Compliance, Business Continuity, Disaster Recovery und Corporate Resilience sind Bausteine eines komplexen Management Gebäudes in modernen Unternehmen geworden, welches zum Ziel hat, den Workflow im Unternehmen aufrecht zu erhalten, Ressourcen zu schonen, Reputation zu schützen, den Impact (Ausmaß im Schadensereignis) zu minimieren und etwaige Risiken zu identifizieren und zu managen.

Die wichtigsten Kriterien zur Bewältigung einer Krise sind Vorbereitung, entschlossenes proaktives Handeln und Einsatz von möglichen Ressourcen, die einem Unternehmen zur Verfügung stehen. Ich werde in diesem Kapitel die essentiellen und praxisnahen Bestandteile eines zu implementierenden Krisenmanagement-Systems erläutern. Dazu gehören

·        Einrichtung eines Krisenstabes

·        Implementierung eines Krisenplans

·        Strategie für Kommunikation in einer Krise

·        Vorbereitung und Training von Mitarbeitern und Management.

Eines haben alle Krisen gemeinsam. Für Unternehmen, Organisationen, Behörden, Länder, für ALLE Betroffenen ist eine Krise eine Ausnahmesituation. Es gibt unzählige Definitionen für Krisen und diese Ausnahmesituation. Die meisten beschreiben eine Krise als einen Wendepunkt, eine gefährliche Situation. (Latein crisis, griechisch krisis – Entscheidung, Wendung, Zuspitzung) Eine Definition der Krise für das Unternehmen ist essentiell wichtig, da diese den Eintritt in die Ausnahmesituation beschreibt und evtl. eine Organisationsform durch eine andere ersetzt.

(zum Beispiel der temporäre Ersatz der Funktionalen- oder Matrixorganisation durch eine Stablinienfunktion)

Entscheidungsprozesse, Managementstil, Führung und Entscheidungsprozesse werden durch das Ersetzen einer Organisationsform durch eine andere wesentlich beeinflusst. Bei der Krisenkommunikation sollte daher Wert auf die Betonung des temporären Zustandes gemacht werden.

Mehr dazu im Buch "Simplify the crisis"

09.03.2020 Evolution in der Sicherheit?  - Ja, bitte

Drei Tipps zum Thema „Dienstleister Marketing“

In den letzten zwanzig Jahren hörte ich von vielen Sicherheitsdienstleistern immer wieder Aussagen wie: „Das ist ein sehr altes Gewerbe“ „Was soll bei uns denn auch verbessert werden?“ „Bei uns wird sich nie was verändern“.

Das sind insofern interessante Aussagen, weil vor 20 Jahren die Welt tatsächlich anders als heute aussah. Nicht besser und nicht schlechter, nur anders. Drohnen waren keine Bedrohung für Flughäfen und brachten keine Pakete nach Hause, denn es gab sie nicht. In Unternehmen hatte man Stempelkarten zur Zeiterfassung, Facebook und Youtube gab es auch nicht und mit „Taxi“ meinte man nicht Uber oder ein fliegendes Objekt sondern ein beiges Auto mit Fahrer. Der Begriff „künstliche Intelligenz“ kam nur in Science Fiction Romanen vor und über Hacker Angriffe und Bots wussten nur die IT Profis Bescheid.  Warum ist das aber nun relevant für die alte ehrwürdige Sicherheitsbranche? Aus zwei Gründen.

Erstens: Die Umwelt. Also die Welt um den Dienstleister herum ändert sich rasant. Tendenziell wird es eher schneller als langsamer.

Zweitens: Die Youtube und Instagram Generation, oder wie auch immer Gesellschaftswissenschaftler sie bezeichnen, sitzt immer öfter in den Entscheidungsgremien der Unternehmen.

Als Dienstleister ist man direkt von beidem abhängig. Der Welt um einen herum und den Entscheidern, die in der Chefetage beraten, wem sie den Auftrag geben. Und beides bedingt sich natürlich. Wenn ein Manager eines internationalen Konzerns von USP oder KPI spricht, sollte der Dienstleister verstehen, dass es sich hierbei nicht um Paketdienste handelt.

Tipp 1

Wenn Sie es noch nicht können, ist das nicht schlimm aber lernen Sie die Management Sprache.  Die Grundlagen von BWL oder VWL haben sich nicht geändert, die Wortwahl sehr wohl. Dienstleister, die diese Sprache nicht sprechen oder nach der Fax Nummer des Unternehmens fragen, um das Angebot durchzuschicken, haben schnell das Nachsehen. Wie lernt man diese „Sprache“? Es gibt dazu zahlreiche Fortbildungen und Seminare. Aber mit ein paar kostenlosen Online Kursen und Videos wissen Sie schnell Bescheid. Das ist kein Hexenwerk. Die Zeitinvestition lohnt sich. Sie werden es beim nächsten Gespräch in einem Unternehmen merken. Es geht nicht darum, „bullshit-bingo“ zu spielen, wer die meisten Anglizismen drauf hat. Es geht darum, als ein modernes Sicherheitsunternehmen von der anderen Seite wahrgenommen zu werden. Und wenn Sie dazu eben KPI und QM brauchen, warum nicht.

Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass Unternehmen heute online stattfinden. Die Frage ist nur wie finden sie im Netz statt. Haben Sie eine Homepage mit einem unscharfen Bild des Teams und der letzte Eintrag unter „News“ ist vier Jahre alt? Dann ist ihre Homepage nutzlos. Natürlich muss man nicht jeden schnelllebigen Trend mitmachen, aber „aussitzen“ des digitalen Zeitalters geht auch nicht.

Tipp 2

Setzen Sie sich mit Ihren Kollegen zusammen, nehmen sie die jüngsten in ihrem Unternehmen mit dazu und sammeln sie Ideen, auch „brainstorming“ genannt. Stellen Sie sich und ihrem Unternehmen Fragen. Sollen wir einen Youtube Channel haben? Bilder auf Insta posten? Eine eigene App entwickeln lassen? Wissen wir, wer unsere Homepage besucht? Was bedeutet traffic für uns? Wo wollen wir nicht vertreten sein? Was ist mir SEO? Wo finden uns unsere Kunden? Seien Sie unvoreingenommen und hören Sie einfach zu, welche Ideen sich entwickeln. Übrigens ist die Welt hier eine andere. Der jüngste Praktikant hat hier womöglich mehr Ahnung als der Senior Chef. Hier gilt es offen zu sein und Dinge auch eine Zeitlang zu testen.

Tipp 3

Schmieden Sie einen Plan. Kontinuität ist der Schlüssel zum Erfolg. Stellen Sie sich jemanden vor, der Muskeln aufbauen möchte und derjenige geht ein Mal im Monat ins Studio, hebt eine Hantel hoch, legt sie wieder hin und geht nach Hause. Streng genommen, trainiert er regelmäßig, aber mit Null Effekt. Genau wie ein Trainingsplan, benötigen Sie eine Strategie für Online und Digitalisierung. Wenn Sie sich entschieden haben, auf einer Plattform, einem Kanal, Social Media, einem Blog oder woanders präsent zu sein, dann wäre es gut, kontinuierlich dabei zu sein. Ein Post im Monat auf Facebook ist vergleichbar mit dem Menschen, der ein Mal im Monat ins Studio geht. Auch dazu gibt es zahlreiche Videos und Tutorials aber natürlich auch professionelle Agenturen, die helfen können.

Wenn man es negativ betrachtet, sind zunehmender Konkurrenzdruck, Kostendruck und Kannibalisierung die drei „K“, die die Zukunft der Branche bestimmen. Dies birgt aber auch Chancen für Dienstleister, sich neu und anders zu positionieren und zu handeln. Wahrgenommen und wirklich gesehen zu werden ist ein Wettbewerbsvorteil, der zunehmend eine Rolle spielen wird. Wer nicht gesehen wird - stirbt auf lange Sicht aus. Risiken und Chancen abwägen zu lernen ist essentiell.

Die Sicherheitsbranche braucht keine Revolution, also abrupte Änderungen und eine komplette Umkehr von dem heutigen Zustand. Evolution, eine stetige Entwicklung, die starke Veränderungen mit sich bringt, braucht sie jedoch dringend. Je schneller desto besser.

 

 

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Bücher

Buch: Risiko. Bewusst. Erfolgreich - Warum Sie Löwen streicheln sollten

Kennen Sie Menschen, die scheinbar mühelos und angstfrei Risiken eingehen und damit Erfolg haben? Wie würde Ihr Leben aussehen, wenn Sie Ängste und Risiken richtig einschätzen und bewerten könnten? Wie würde sich Ihre Zukunft verändern, wenn Sie riskieren würden, neue Wege zu gehen? Im Englischen gibt es einen Begriff für Menschen, die mit Ihren Unternehmen, Ihren Abenteuern, Ihren Investments erfolgreich sind: RISKTAKERS. Jeder erfolgreiche Mensch ist auf seinem Weg Risiken eingegangen. Viele Menschen fragen sich bewusst und unbewusst: das ist gut, aber wie mache ich das? Wo fange ich an? Felix Timtschenko zeigt Ihnen in seinem Buch, wie Sie ganz einfach mit Risiken richtig umgehen können, Entscheidungen treffen, und so mehr Erfolg im Leben haben.

Taschenbuch SIMPLIFY THE CRISIS - Wie Sie privat und als Unternehmen jede Krise meistern

Krisen sind alltäglich. Nicht alle Krisen gehen uns etwas an. Viele sind geografisch oder emotional weit von uns entfernt. Jedoch passieren jeden Tag auf der Welt Krisen, ausgelöst durch menschliches Versagen, Stromausfall, Naturkatastrophen, Fehlverhalten, Finanzcrashs, Krankheiten, Pandemien, Immobilienblasen, Kriege, Aufstände, Revolutionen, technische Defekte etc.
Die wichtigsten Kriterien zur Bewältigung einer Krise sind Vorbereitung, entschlossenes Handeln und Einsatz von Ressourcen, die einem zur Verfügung stehen. Felix Timtschenko erläutert in diesem eBook die wichtigsten Krisenregeln und Bestandteile eines zu implementierenden Krisenmanagement Systems. Dazu gehören Krisenstab, Krisenplan, Kommunikation in einer Krise und Training von Mitarbeitern und Management.

"Wer Angst hat zu verlieren was er hat, bekommt nie das, was er will.."

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